Bandscheibenvorfall und Co. – kurz erklärt

Bandscheibenvorfall Lendenwirbelsäule

Es kommt zu einem Einriss des Bandes, welches unsere Bandscheibe umgibt und festhält. Durch diesen Einriss tritt dann unter Druck Material aus dem Kern der Bandscheibe in den Kanal über, in dem unsere Nervenwurzeln verlaufen. Der Bandscheibenvorfall drückt dann auf eine Nervenwurzel und erzeugt Schmerzen. Häufig heilt ein Bandscheibenvorfall mit konservativer Behandlung aus, z.B. Medikation, Physiotherapie, körperlicher Schonung und CT-gesteuerte Schmerztherapie. Bei schweren Schmerzen, die nicht mehr gebessert werden durch konservative Behandlung, oder gar Ausfallserscheinungen des Nerven wie Lähmungen, ist es an der Zeit einen Spezialisten aufzusuchen.   

1 Bandscheibe 2 Wirbelgelenk 3 Dornfortsatz 4 Bandscheibenvorfall 5 Nervenkanal 6 Nervenwurzel

Spinalkanalstenose – was ist das

Unsere Nerven laufen vom Gehirn bis in die Hände und Füße. Auf dem Weg werden sie in der Wirbelsäule geschützt. Ein knöcherner Kanal umgibt Rückenmark und Nerven. Das ist der Spinalkanal. Er besteht aus Knochen und sehr vielen Gelenken. Nur so ist die Beweglichkeit unserer Wirbelsäule möglich. Mit den Jahrzehnten verbrauchen sich diese Gelenke. Man wird steifer. Eigentlich ist das ganz normal. Wenn aber nun an einer dieser Gelenke ein übermäßiger Verscheiß besteht, können diese Gelenke dicker und dicker werden. So kann es dazu kommen, dass der Nervenkanal im Rücken immer enger wird und fast ganz zuwächst. Die Nerven können dann kaum noch arbeiten. Gehen wird zur Qual. Dann ist es an der Zeit einen Spezialisten aufzusuchen.

1 Normale Weite 2 Beginnende Verengung 3 Absolute Spinalkanleinengung

Bandscheibenvorfall Halswirbelsäule

Wie bei einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule kommt es zu einem Einriss des Faserrings und Bandscheibengewebe tritt in den Spinalkanal über. Problem ist: Der Kanal der Halswirbelsäule ist schmaler als in der Lendenwirbelsäule. Die Halswirbelsäule umgibt schützend das Rückenmark, welches bedeutend empfindlicher auf Druck reagiert als „nur“ Nervenfasern/Nervenwurzeln. Daher kann es zu starken Schmerzen und auch neurologischen Ausfällen kommen. Falls eine Operation erforderlich ist, kann diese von vorne (ventral), oder in bestimmten Fällen auch von hinten (dorsal), erfolgen. Dies entscheidet der Neurochirurg anhand der Lage des Bandscheibenvorfalls und dessen Größe. Die Bandscheibe wird komplett entfernt und ein Platzhalter (Cage) wird anstelle der Bandscheibe eingebracht. Die so operierte Höhe soll nun verknöchern und fest werden, so daß kein Druck mehr auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln entstehen kann. Die Beweglichkeit der HWS bleibt bei dieser Operation erhalten.

MRT in der Höhe HWK 5/6, Bandscheibenvorfall mit Druck auf das Rückenmark
Von vorne eingesetzter Cage in der Höhe HWK 6/7

CT-gesteuerte Schmerztherapie bei Rückenschmerzen

Die CT-gesteuerte Schmerztherapie ist ein sehr wichtiges, sehr risikoarmes und zugleich einfaches „Tool“ für den Neurochirurgen Schmerzen ausgehend von der Wirbelsäule zu behandeln. Es werden dabei ComputerTomographisch-gesteuert Spritzen an die veränderten Stellen an der Wirbelsäule gesetzt, z.B. an die kleinen Wirbelgelenke zur Behandlung von Rückenschmerzen. Es wird Cortison und Lokalanästhetikum gespritzt. Eine lokale Betäubung oder gar eine Narkose ist nicht erforderlich. Der Vorgang z.B. bei einer Infiltration der Facettengelenke oder des Iliosakralgelenks dauert ca. 5-10 Minuten. Danach ist es möglich mit dem eigenen PKW wieder nach Hause zu fahren. Die Risiken sind extrem gering. Die CT-gesteuerte Schmerztherapie kann die Ursache der Schmerzen lokalisieren und gleichzeitig deren Linderung auslösen. Häufig kann so auch eine Operation aufgeschoben oder sogar vermieden werden. 

Der Patient liegt auf dem Bauch im CT, der Neurochirurg setzt nach vorheriger Berechnung am Monitor die Spritzen.
Kontrollbild nach Setzen der Spritzen. In diesem Fall an die kleinen Wirbelgelenke in der Höhe LWK 5/SWK 1 beidseitig.
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