Bandscheibenvorfall in Höhe L5/S1 rechts

Das Krankheitsbild:

Bandscheibenvorfall in Höhe L5/S1 rechts mit ausgeprägten Schmerzen im rechten Bein und einer diskreten Fußsenkerparese (leichter Lähmung des rechten Fußes beim Stand auf den Zehenspitzen).

Der Patient:

Sabine W., 41 Jahre alt, 1.69 m, 63 kg Angestellte, verheiratet, 2 Kinder

Wie alles begann:

Seit Jahren bestanden immer wieder auftretende, eher leichte Schmerzen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule, die sich meistens spontan besserten.

Zwei Monate vor der Vorstellung in unserer Praxis ist es zu einer Exazerbation der Beschwerden mit zunächst ausgeprägten Lumbalgien (Rückenschmerzen). Unter konservativen Maßnahmen mit Einnahme von Schmerzmedikamenten, lokalen Spritzen, Wärmeanwendungen und Krankengymnastik zeigte sich zunächst eine Besserung der Beschwerden.

In den letzten 10 Tagen sind die Schmerzen jedoch wieder massiv mit Ausstrahlung der Schmerzen in das rechte Bein im Sinne einer Lumboischialgie (Rücken-Beinschmerzen). Die Patientin berichtet des weiteren über Missempfindungen entlang des „Generalstreifens“ ,( entlang der Außenseite des rechten Beines). Zusätzlich sei ihr beim Treppensteigen eine Schwäche des rechten Fußes aufgefallen.

Aus der weiteren Krankengeschichte wurden abgesehen vom Rauchen keine weiteren relevanten Vorerkrankungen und Risikofaktoren angegeben.

Die aktuellen Beschwerden:

Es bestehen ausgeprägte Schmerzen im Bereich der unteren LWS und des gesamten rechten Beines. Ferner zeigten sich Taubheitsgefühle in der rechten Wade und am Fußaußenrand rechts.
Bei der neurologischen Untersuchung zeigte sich ein früh positives Zeichen nach Laségue (Nervendehnungszeichen) rechts und eine diskrete Fußsenkerschwäche rechts vom Kraftgrad IV von V, am ehesten seit ca. einer Woche bestehend.

Aufgrund der Schmerzen nimmt die Patientin eine Schonhaltung im Bereich der LWS ein. Die LWS ist schmerzbedingt deutlich bewegungseingeschränkt.

Röntgen/CT/MRT:

Die Kernspintomographie der LWS zeigt einen raumfordernden Bandscheibenvorfall in Höhe LW5/SW1 mit Kompression der Nervenwurzel S1 rechts.

Die Therapie:

Aufgrund der ausgeprägten Schmerzsymptomatik, der Fußsenkerparese und des radiologisch nachgewiesenen Bandscheibenvorfalles haben wir der Patientin eine Operation und Entfernung des Bandscheibenvorfalles vorgeschlagen.

Neben der mündlichen Aufklärung des behandelnden Arztes hat die Patientin einen Aufklärungsbogen erhalten, den sie zuhause in Ruhe durchlesen konnte. Am nächsten Tag willigte die Patientin im Rahmen eines neuerlichen Aufklärungsgespräches in die Operation ein.
Am darauffolgenden Tag wurde die Patientin stationär aufgenommen und es erfolgte die operative Entfernung des Bandscheibenvorfalles. Die OP dauerte 40 Minuten und wurde über einen 3 cm langen Hautschnitt im Bereich der unteren LWS durchgeführt. Bereits am Nachmittag des OP-Tages konnte die Patientin in Begleitung aufstehen und sich in ihrem Krankenzimmer bewegen.

Die Schmerzsymptomatik war rasch rückläufig und die Parese besserte sich, so dass die Patientin bald nach der OP entlassen werden konnte.

Der weitere Verlauf nach der Therapie:
Die Patientin stellte sich noch dreimal zur Kontrolle in unserer Praxis vor. Die anfänglichen leichten Restbeschwerden besserten sich rasch, so dass Frau W. bereits 5 Wochen nach der OP ihre Arbeit wieder aufnehmen konnte.
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