Indikation zur stationären minimalinvasiven Schmerztherapie

  • evidenzbaiert durch Studien, Empfehlung der Arzneimittelkommision der Deutschen Ärzteschaft
  • erforderlich mehrfache Injektionen, frühestens nach 3-4 Tagen Entlassung sinnvoll

Kontraindikationen / per exclusionem für die ambulante Therapie:

→ gravierende Befunde und Schmerzen Visuelle Analog Skala > 5 (VAS 0-10)

    • Bandscheibenvorfall (cervical, lumbal)

    • dekomensierte Spinalkanalstenose

    • postoperative Narbe, Instabilität

    • Spondylolisthesis/Wirbelgleiten (auch degenerativ)

    • Osteoporosefraktur

    • Synovialiszyste

Bei Beschwerden anhaltend über VAS 5 und Verstärkung durch körperliche Belastung (z.B. Ein- und Aussteigen aus dem PKW !!!) ambulante Therapie meist nicht sinnvoll. Die transportbedingten Schmerzauslösungen reaktivieren die durch die Schmerztherapie reduzierten Nervenwurzelreizerscheinungen und verzögern den Heilungsverlauf.

Gravierende Befunde als Indikation zur stationär-minimalinvasiven Wirbesäulentherapie

    • erhebliche ischiatische Fehlhaltung, Torticollis

    • massiver Prolaps mit drohender Caudasymptomatik

    • motorische/sensible Ausfälle im Grenzbereich zur Operation

Unbedingt ist eine vorhergehede ambulante Behandlung durch einen Facharzt erforderlich.

 

Schmerzmedikation

Da die Schmerztherapie stationär erfolgt und somit eine Überwachung möglich ist, können Medikamente eingesetzt werden, die unter die WHO Klassifikation der Stufe 3 fallen (z.B. Opiate etc.)

Physiotherapie

Prospektive Studien zeigen, dass bei vertebragenen Beschwerden, Bewegung besser ist als Bettruhe (Dietrich 2003, Hildebrand und Pfingsten 1998). Hierdurch wird der venöse Abfluß im Spinalkanal gefördert. Zudem bei Wechsel aus Bewegung und Bettruhe Besserung der Nährstoffversorgung der Bandscheibe.

zu guter Letzt...

„Bandscheibenschmerzen haben keinen Feiertag“, Behandlung der Patienten auch über das Wochenende erforderlich und möglich.

 

 

Facettengelenke
Eine Zeichnung der Lendenwirbelsäule von hinten. Hervorgehoben sind die Nervenbahnen die bei degenerativen Veränderungen den Schmerz leiten. Diese Schmerzbahnen müssen bei der CT gesteuerten Schmerztherapie anvisiert und getroffen werden.

Stationäre minimalinvasive Wirbelsäulentherapie

Im Rahmen einer stationären Behandlung werden Medikamente gezielt an die schmerzende Wirbelsäule und in die Nähe des Rückenmarks injiziert. Dies geschieht im CT - dies ist für ihren Behandlungserfolg am effektivsten und stellt eine sehr präzise Methode dar.Das stationäre Schmerztherapiekonzept basiert auf den modernsten Erkenntnissen der minimalinvasiven Wirbelsäulentherapie und Krankengymnastik und erfordert einen Klinikaufenthalt von 3-4 Tagen.

Die stationäre Behandlung bietet sich an bei den bereits o.g. Indikationenstellungen.

Indikation

  • Akute und chronische Schmerzzustände der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule
  • Akute und chronische Schmerzzustände nach Bandscheibenoperationen
  • Verschleiß der Wirbelgelenke, Wirbelgelenkentzündung
  • Facettensyndrom
  • Akute und chronische Nervenwurzelreizungen 
  • Fortbestehender Schmerz nach Bandscheiben- und Wirbelsäulenoperationen
  • Schwindel und Migräne

Die Physiotherapie kann bereits während des stationären Aufenthalts unter ärztlicher Aufsicht begonnen werden. Die Patienten erhalten vor der Entlassung detaillierte Empfehlungen für die Fortführung der Physiotherapie am Heimatort.

Dieses Schmerztherapiekonzept erreicht sehr gute Ergebnisse bei stärksten akuten sowie chronischen Schmerzzuständen. In Verbindung mit einer individuell abgestimmten Nachbehandlung ist eine gezielte, hocheffektive Behandlung möglich.

Je nach dem Grad der Schmerzausprägung und den therapeutischen Erfordernissen bleibt die Arbeitsfähigkeit erhalten oder kann rasch wiederhergestellt werden. Wir beraten die Patienten individuell, wann sie welche Sportarten in welchem Umfang wieder ausüben können.

 

Stationäre Schmerztherapie - Behandlungsablauf

Um eine konkrete Vorstellung zu bekommen was Sie als Patient bei uns erwartet, haben wir für Sie einmal eine typische stationäre Schmerztherapie zusammengefasst. 

Sie beinhaltet die diagnostische Aufklärung mit umfangreicher Erhebung der Schmerzanamnese und körperlicher Untersuchung sowie gezielte Injektionsbehandlungen unter CT-Bildgebung auch zur topographischen Diagnostik. 

Beispielhafter Ablauf

Im Vorfeld erfolgt die ambulante Vorstellung (z.B. durch ihren Hausarzt) bei uns in der Praxis. Falls dann die Indikation zur Durchführung einer stationärenSchmerztherapie erfolgt, läuft diese folgendermaßen ab:

z.B. Mittwoch (Aufnahmetag) 

  • Aufnahmegespräch in der Praxis und Besprechung des Behandlungsablaufs
  • Klinikaufnahme in unserer Partnerklinik
  • Durchführung der ersten CT-gesteuerten Infiltration/Therapie
  • danach zunächst für einige Stunden Bettruhe auf der Station, um die eingebrachte Medikation ihre Wirkung entfalten zu lassen

Mittwoch, Freitag:

  • CT-gesteuerte Infiltrationen an verschiedene Segmente und unterschiedlichen Strukturen der Wirbelsäule auch zur topographischen Diagnostik (d.h.: Ursachen des Schmerzes lokalisieren)
  • begleitend erfolgt eine orale und intravenöse Schmerztherapie mit Gabe von Schmerzmedikation (bis Stufe III nach WHO) sowie eine Physiotherapie auf Station
  • täglich mehrmalige Visite durch eine unserer "Pain Nurse" (Befragung und Dokumentation ihres Befindens und der Schmerzstärke auf der visuellen Analogskala, VAS)

Freitag:

  • Entlassung
  • bei Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen (z.B. Einnahme von Gerinnungshemmern) eventeull ein weiterer Tag zur Überwachung

Vorteile für den Patienten

Sämtliche Befunde sowie der Verlauf der Behandlung und die Ergebnisse und Erkenntnisse der durchgeführten Maßnahmen werden dokumentiert und dann mit ihrem behandelnden Neurochirurg besprochen. Nun kann auch mit entsprechenden Erkenntnissen zu der Schmerzursache eine Indikation zur operativen Behandlung besprochen werden.

Das Ziel ist eine dauerhafte Besserung der Beschwerden durch die gezielte Behandlung an den schmerzverursachenden Stellen. Spezielle Fragen werden mit dem Patienten direkt besprochen.

Aufnahmetag zur stationären Behandlung:

Montag bis Freitag (bzw. 3-4 Tage) auch über das Wochenende; "Wirbelsäulenschmerzen kennen keinen Feiertag"

Kosten

Die Kosten werden meist von den gesetzlichen als auch von den privaten Krankenkassen übernommen.

Zeitlicher Ablauf der stationären Schmerztherapie