Krankengeschichte

Die Würdigung, der vom Patienten geschilderten Beschwerden, ergänzt durch die ausführliche klinische Untersuchung, sind die ersten Maßnahmen zur Einleitung der weiteren Diagnostik und Therapie. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse lassen eine erste Einschätzung zu, ob ein Bandscheibenvorfall oder eine andere Erkrankung für die Symptome verantwortlich ist.
 
 
Durch die Befragung des Patienten nach der Entstehung (langsam entwickelnder oder akut aufgetretener Schmerz), die Lokalisation (Lumbal-lumbosacral, mit oder ohne Ausstrahlung ins Bein) und die Art der Schmerzen (dumpfer-tiefer Schmerz, heller-obeflächlicher Schmerz, Ruheschmerz, nächtlicher Schmerz, Zunahme der Schmerzen bei Belastung etc.) kann unter Umständen schon eine recht genaue Verdachtsdiagnose gestellt werden.
 
 
Die Beschwerden beginnen oft als ein plötzliches Ereignis mit starken Kreuzschmerzen. Sie können aber auch durch eine ungünstige Haltung oder Bewegung ausgelöst werden. Man spricht von einem Verhebetrauma, wenn das Ereignis beim Heben einer schweren Last entsteht. Es handelt sich dabei praktisch immer um eine vorgeschädigte Bandscheibe, wobei das Trauma zufällig der Auslöser aber nicht die Ursache des Vorfalls ist. (Der letzte Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt).
 
Bei einem Bandscheibenvorfall als Folge eines Unfalls handelt es sich in der Regel um ein entsprechend schweres Ereignis mit Verletzung der umgebenden Strukturen wie Wirbelkörper und Bändern.
 
Dem Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule geht fast immer eine lange Geschichte (Anamnese) von Kreuzschmerzen voraus.