Komplikationen

Beim lumbalen Bandscheibenvorfall werden nur degenerierte und sequestrierte Anteile der betroffenen Bandscheibe entfernt (der Vorfall).

Die Stoßdämpferfunktion des noch erhaltenen, gesunden Gewebes der operierten Bandscheibe bleibt erhalten. Je nach Lebensalter und Ausmaß der Bandscheibenschädigung bleibt eine unterschiedlich große Menge an funktionsfähigem Gewebe zurück. Dies kann nach einer schonenden Operation eines Bandscheibenvorfalls durchaus 75% und mehr der Bandscheibe ausmachen. Es besteht somit in ca. 1-2% der operierten Fälle die Möglichkeit eines erneuten Vorfalles in gleicher Höhe (Rezidivvorfall).

Als Frühkomplikation ist die Nachblutung zu erwähnen. In den ersten Stunden nach der Operation kommt es zu einer Blutung im Operationsgebiet. In sehr seltenen Fällen kann eine zweite Operation zur Entlastung der Blutung erforderlich werden.

Durch minimal - invasive Operationen mit kleiner Wundfläche ist diese Komplikation mittlerweile sehr in den Hintergrund getreten.

Die Gefahr der Verletzung von Nerven ist in der Hand des erfahrenen Operateurs und bei Verwendung des Operationsmikroskops sehr gering.

Eine Spondylodiscitis (Infektion der operierten Bandscheibe und angrenzenden Grund- und Deckplatten) kann in 0,2-0,5% der Fälle, trotz Medikamentengabe ( Antibiotika) während der Operation, vorkommen.

Zeichen dieser Komplikation sind starke lokale Spontan- und Bewegungs- bzw. Belastungsschmerzen. In diesen Fällen ist neben der Gabe von Antibiotika, eine mehrwöchige strenge Bettruhe, eventuell sogar in einer festen Liegeschale, erforderlich.

Ein längeres Liegen des Patienten nach einer Operation birgt die Gefahr einer tiefen Beinvenenthrombose. Eine möglichst schnelle Mobilisation des Patienten ist daher immer anzustreben.

Eine Verschlechterung durch die Bandscheibenoperation kann entstehen, wenn durch die Operation eine Instabilität der Wirbelsäule entsteht oder es zu einer Verletzung der nervalen Strukturen kommt. Eine epidurale Narbenbildung nach Bandscheibenoperation verursacht viel seltener als landläufig angenommen, dauerhafte Beschwerden.