Zweitmeinung - das müssen Sie wissen

Für Sie als Betroffene ist die ärztliche Zweitmeinung zur Operation ein wichtige Maßnahme für eine transparente und ausgewogene Patienteninformation. Wir sehen dies als Neurochirurgen genauso. Die Operation stellt ein doch tiefgreifendes Ereignis für den Betroffenen dar und muss wohl abgewägt werden, vor allem in der Neurochirurgie und bei Operationen an der Wirbelsäule.
Diagnostische Ergebnisse alleine (z.B. die bildgebende Diagnostik, MRT, CT etc.) reichen für eine fundierte Entscheidung zu einer Operation aber nicht aus. Man muss natürlich den Patienten direkt mit in die Entscheidungen einbeziehen und sich das soziale-medizinische Umfeld des Patienten ansehen. Zumal nicht die Röntgenbilder operiert werden, sondern immer noch der Mensch. Daher ist eine Online-Zweitmeinung per Ferndiagnose, wie diese auf neuen Internetportalen angeboten wird, als sehr kritisch zu sehen. 

Eine fundierte kostenfreie Zweitmeinung bei uns ist gelebte Praxis. Immer mehr Krankenkassen bieten eine kostenlose Zweitmeinung an und auch wir erklären unseren Patienten ihr Recht auf Zweitmeinung. Bei welchem Kollegen diese Zweitmeinung erfolgt, wird meist durch Ihre Krankenkasse bestimmt.

Versicherte, deren Krankenkassen keinen derartigen Service anbieten, können sich selbst eine Zweitmeinung einholen. Eine solche fundierte ärztliche Zweitmeinung ist nicht nur für den Patienten eine wichtige Maßnahme. Auch für den behandelnden Arzt ist eine zweite Meinung eines Kollegen wichtig. Der Arzt könne damit seine Diagnose absichern, sich über die Weiterbehandlung des Patienten austauschen und den Therapieverlauf verbessern.