Bandscheibenvorfall in Höhe HW5/6 rechts
 
Das Krankheitsbild:
Bandscheibenvorfall in Höhe HW5/6 rechts mit Schulter-Arm Schmerzen rechts. Operative Versorgung mit Einsatz einer Bandscheibenprothese.
 
Der Patient:
Sebastian L., 37 Jahre alt, 1,78 m, 75 kg, Büro-Tätigkeit, Verheiratet, 1 Kind
 
Wie alles begann:
Vor einigen Monaten sind vorübergehend Nackenschmerzen aufgetreten. Nach einem Urlaub am See seien die Beschwerden weitestgehend zurückgegangen.
Seit ca. 3 Wochen klagt der Patient über starke, im Verlauf zunehmende Schmerzen im Bereich der Nackenmuskulatur und des rechten Armes.
Auf einer Schmerzskala von 0 bis 10 gibt der Patient trotz der Einnahme von 2 unterschiedlichen Schmerzmitteln einen Wert von 9 an.
In der Vorgeschichte bestehen bis auf ein Zustand nach Apendektomie (Blinddarm- OP) keine relevanten Vorerkrankungen.
 
Die aktuellen Beschwerden:
Es bestehen ausgeprägte Schmerzen im Bereich der HWS und des gesamten rechten Armes und Taubheitsgefühle im Bereich des Zeige- und Mittelfingers rechts.
Bei der neurologischen Untersuchung zeigte sich eine schmerzbedingt deutlich reduzierte Mobilität der HWS. Lähmungserscheinungen oder eine Gang- bzw. Koordinationsstörung konnten nicht objektiviert werden.
 
Röntgen/CT/MRT:
Es bestehen ausgeprägte Schmerzen im Bereich der HWS und des gesamten rechten Armes und Taubheitsgefühle im Bereich des Zeige- und Mittelfingers rechts.
Bei der neurologischen Untersuchung zeigte sich eine schmerzbedingt deutlich reduzierte Mobilität der HWS. Lähmungserscheinungen oder eine Gang- bzw. Koordinationsstörung konnten nicht objektiviert werden.

 

Die Therapie:
Augrund der ausgeprägten Schmerzsymptomatik und der drohenden neurologischen Ausfälle haben wir die Indikation zur OP, zur Entfernung des Bandscheibenvorfalles und zur Implantation einer Bandscheibenprothese gestellt. Funktionsaufnahmen der Halswirbelsäule zeigten eine normale Funktion des betroffenen Bewegungssegmentes ohne Veränderungen der Knochenstruktur. Wir rieten dem Patienten daher zur Implantation einer Bandscheibenprothese.
Der Patient willigte nach einer entsprechenden Bedenkzeit in das Vorgehen ein.
Am darauf folgenden Tag wurde der Patientin stationär aufgenommen und es erfolgte die operative Entfernung des Bandscheibenvorfalles. Die OP dauerte ca. 70 Minuten und wurde über einen ca. 4 cm langen Hautschnitt im Bereich der vorderen Hals- Partie durchgeführt. Nach einer ca. 2-stündigen Überwachungszeit im Aufwachraum wurde der Patient auf die Station verlegt und hat sich am Nachmittag zunächst im Beisein des Pflegepersonals und später dann selbständig im Krankenzimmer bewegt.
Die Schmerzsymptomatik war deutlich rückläufig. In den Nächsten Tagen klagte der Patient noch über "Verspannungen" im Bereich der HWS und Nackenmuskulatur. Diese Beschwerden bildeten sich unter Einnahme von Medikamenten zurück. Am 4-ten Tag nach der OP konnte der Patient entlassen werden.
 
 
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Die Abbildung zeigt von links nach rechts die intraoperative Implantation der Bandscheibenprothese unter Röntgenkontrolle.
 
 
Der weitere Verlauf nach der Operation:
Der Patient berichtete bei ambulanter Kontrolluntersuchung, dass die Beschwerdesymptomatik nahezu komplett zurückgegangen sei.
Die postoperativen Röntgenaufnahmen der HWS zeigten eine regelrechte Lage des Implantates und eine gut erhaltene Beweglichkeit des operativ versorgten Segmentes.
 
Einige Wochen nach der OP hat der Patient seine berufliche Tätigkeit wieder aufgenommen.