Bandscheibenvorfall der LWS in höhe LWK 4/5 mit Operation
 
Das Krankheitsbild:
Operativ versorgter Bandscheibenvorfall zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel, der sich nach hinten, sowohl zur Mitte, als auch nach links vorwölbte.
 
Patient: Herr K. Norbert, 46 Jahre alt 1,80 m
92 kg, Beruf Vertriebsleiter im Außendienst in der Kommunikationsbranche,
verheiratet, 2 Kinder
 
Wie alles begann: Herr K. hatte seit Jahren gelegentlich auftretende Rückenschmerzen. Vor neun Jahren verspürte er erstmals einen stechenden Schmerz im linken Bein, als er einen schweren Gegenstand aus dem Kofferraum seines PKW`s hob. Damals half eine konservative Therapie mit einer zehntägigen Bettruhe in Kombination mit schmerzlindernden und muskelentspannenden Medikamenten.
 
Nachfolgend traten wiederholt Rückenschmerzen, insbesondere nach längeren Autofahrten, auf. Vor zwei Jahren bekam Herr K. erneut Schmerzen im linken Bein, die bis in die große Zehe zogen. Unter Belastung fing die Zehe an zu kribbeln.
 
Eine Kernspintomographie der Lendenwirbelsäule zeigte einen Bandscheibenvorfall zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel, der sich sowohl nach hinten als auch zur Mitte und nach links vorwölbte. Da das hintere Längsband noch intakt war, wurde wieder eine konservative Therapie mit Erfolg durchgeführt.
 
Die aktuellen Beschwerden:
17.05.2002: In der Nacht vom 16.05.2002 drehte sich Herr K im Bett und wurde von einem elektrisierenden Schmerz im linken Bein wach.
Der Schmerz war so stark, dass Herr K. nur in einer gebückten Haltung verharren konnte. Der hinzugerufene Hausarzt wies Herrn K. in die EMMA-Klinik ein Nach der stationären Aufnahme erfolgte eine neurologische Untersuchung.
 
Es zeigte sich das Vollbild einer Nerveneinklemmung bei einem Bandscheibenvorfall:
-Taubheitsgefühl am linken Unterschenkel und am Fußrücken, bis in die große Zehe
-Lähmung des linken Fußes, so dass der Fuß und die große Zehe nicht mehr angehoben werden konnten.
 
Nach einer ersten Infusion mit Schmerzmitteln und abschwellenden Medikamenten trat eine Linderung der akuten Symptomatik ein.
 
Nun konnte eine Kernspintomographie durchgeführt werden.
 
Röntgen/CT/MRT:
Die Kernspintomographie zeigte, dass der Bandscheibenvorfall in der Höhe L4/5 deutlich zugenommen hatte. Es bestand jetzt ein Durchbruch der Bandscheibe in den Wirbelkanal. Dort drückte ein freies Stück der Bandscheibe auf die Nerven im Wirbelkanal. Es wurde wegen der erheblichen Symptomatik, eine Indikation zur Operation am gleichen Tag gestellt.
 
 
Die Therapie:
 
Die Operation erfolgte über einen 2,5 cm langen Hautschnitt. Es wurden mehrere große und kleine Bandscheibenstücke (Sequester) geborgen. Die Nerven konnten dadurch vom Druck befreit werden. Über 70 % der Bandscheibe waren noch vital und konnten erhalten werden.
Die Operationszeit betrug etwa eine Stunde. Eine weitere Stunde nach der Operation war Herr K. wach und ansprechbar. Schmerzen im Bein bestanden nicht mehr, die Schwäche im Fuß besserte sich deutlich, nur das Taubheitsgefühl war noch vorhanden.
 
 
Der weitere Verlauf nach der Operation:
 
Am Abend stand Herr K. das erste Mal unter fachkundiger Anleitung auf. Es war ihm möglich schmerzfrei im Zimmer auf und ab zu gehen. Am nächsten Morgen konnte Herr K. selbstständig aufstehen und laufen. Nach dem Motto ?alles was nicht weh tut – ist erlaubt? konnte Herr K in den folgenden Tagen immer mehr ohne Schmerzen belasten.
Bei der Untersuchung am 3. Tag nach der OP war nur noch ein geringes Taubheitsgefühl am linken Fuß spürbar, welches in den Folgetagen verschwand.
Die Zeit der Arbeitsunfähigkeit nach der Operation betrug 3 Wochen. Eine stationäre Rehabilitation war nicht erforderlich.
Intraoperatives Bild durch das OP-Mikroskop