Bandscheibenvorfall in Höhe HW7/Th1 rechts

Das Krankheitsbild:

Bandscheibenvorfall in Höhe HW7/Th1 rechts; Multisegmentale Osteochondrose der HWS; kyphotische Fehlstellung der HWS; Zervikales Schmerzsyndrom mit rechtsseitigen Brachialgien

Der Patient:

Klaus N., 66 Jahre alt, 1.75 m, 78 kg Beruf Rentner, verheiratet, 2 Kinder

Wie alles begann

Seit Jahren beklagt der Patient immer wieder auftretende Schmerzen im Nackenbereich. Seit 7 bis 10 Tagen bestünde ein „Einschlafgefühl“ im rechten Arm, Schmerzen im rechten Arm. Bei der subjektiven Schmerzskalierung nach VAS ( Werte von 1, kaum Schmerzen, bis 10, maximale Schmerzen) wird aktuell ein Wert von 6 angegeben. Die bislang durchgeführten konservativ, orthopädischen Therapien wie Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten und Injektionen mit Cortison haben keinen anhaltenden Erfolg bringen können. Befragt nach der allgemeinen Krankengeschichte werden ein Myokardinfarkt 1993, eine Bypassoperation 1998, ein insulinpflichtig Diabetes mellitus, sowie eine Schilddrüsen- und Prostataoperation angegeben.

Die aktuellen Beschwerden:

  • Es bestehen ausgeprägte Schmerzen im Nackenbereich und im gesamten rechten Arm. Es bestehen des weiteren Taubheitsgefühle im Bereich der rechten Hand, insbesondere im Kleinfinger und im Kleinfingerballen und im Bereich des rechten Unterarmes entlang der Kleinfingerseite.
    Die Schmerzen sind so stark, dass der Patient eine zur Seite geneigte und gekippte Schonhaltung mit dem Kopf einnimmt.

 

Röntgen/CT/MRT:

Die von dem Patienten mitgebrachte MRT HWS und ein Röntgen der HWS in 2 Ebenen zeigen neben einem raumfordernden Bandscheibenvorfall in Höhe HW7/Th1 rechts mit Rückenmarks- und Nervenwurzelkompression eine ausgeprägte multisegmentale Degeneration mit Zeichen der Osteochondrose mit Minderung des Zwischenwirbelraumes, einen Höhenverlust der Bandscheibe, sowie Ödemen in Grund- und Deckplatten in Höhe HWK 4/5, sowie eine kyphotische Fehlstellung der HWS mit Schwerpunkt in Höhe HWK 4/5.

Die Therapie:

Aufgrund der neu aufgetretenen ausgeprägten, anhaltenden und auf Einnahme von schmerzlindernden Mitteln resistenten Brachialgien (Schmerzen im Arm) rechts haben wir dem Patienten zu einer operativen Behandlung mit Vorgehen ausschließlich in Höhe HW7/Th1 geraten.

Mit dem Patienten wurde besprochen, dass degenerative Veränderungen in mehreren Höhen der Halswirbelsäule bestehen. Diese werden durch die gezielte Operation und Dekompression des Bandscheibenvorfalls in der Höhe C7/Th1 natürlich nicht behandelt oder gebessert.

Der Behebung der starken Armschmerzen und Taubheitsgefühle der rechten Hand aber können als Besserung nach erfolgreicher Operation in Aussicht gestellt werden.

Nach einer entsprechenden Aufklärung und Vorbereitung erfolgte die OP von ventral (von vorne) mit Entfernung der erkrankten Bandscheibe zwischen dem 7. Halswirbel und dem 1. Brustwirbel, Entfernung des Bandscheibenvorfalles und Einbringen eines Cages (eines Abstandshalters).

Die Operation dauerte ca. 75 min. und wurde über einen ca. 4 cm langen Hautschnitt an der Vorderseite des Halses durchgeführt. Nach der Operation verschwanden die Schmerzen im rechten Arm schnell und dauerhaft.

Die Röntgenkontrollaufnahmen nach der OP zeigen eine gute Lage des eingebrachten Implantates.

Der weitere Verlauf nach der Operation:

Der Patient konnte bereits am Nachmittag nach der Operation unter Anleitung des Fachpersonals aufstehen. Am nächsten Tag konnte sich der Patient auf der Station frei bewegen.

Die Schmerzsymptomatik ging deutlich zurück, er berichtete lediglich über Verspannungsgefühl im Bereich der Nackenmuskulatur. Trotz mehrerer Vorerkrankungen konnte der Patient bereits 4 Tage nach der OP nach Hause entlassen werden.

Eine stationäre Rehabilitation war nicht erforderlich.

Bei ambulanten Nachkontrollen berichtet der Patient über leichte Schmerzen im Bereich der Nackenmuskulatur.

Die Armschmerzen sind nicht mehr aufgetreten.