Spondylolisthesis ( Wirbelgleiten ) L5 gegenüber S1

Das Krankheitsbild:

Spondylolisthesis ( Wirbelgleiten ) L5 gegenüber S1 Grad I-II nach Meyerding mit therapieresistenten linksseitigen Lumboischialgien ( Rücken-Beinschmerzen ).

Der Patient:

Florian B., 42 Jahre alt, 1,.7 m, 64 kg, Beruf LKW Fahrer, verheiratet

Wie alles begann:

Seit ca. einem halben Jahr bestünden Lumboischialgien (Rücken-Beinschmerzen) links. Der Patient beklagte ein ausgeprägtes Taubheitsgefühl im Bereich des gesamten linken Beines. Trotz einer intensiven konservativen Therapie inklusive der Einnahme mehrerer Analgetika, CT-gesteuerten Facettenblockaden und PRT-Anwendungen kam es zu keiner durchgreifenden Besserung der Symptomatik, die Schmerzen waren eher zunehmend. Aufgrund der Beschwerden war der Patient seit mehreren Wochen krankgeschrieben.

Die aktuellen Beschwerden:

Schmerzen und Taubheitsgefühle im Bereich der Lendenwirbelsäule und im linken Bein.

Bei der subjektiven Schmerzskalierung nach VAS (0-10) gibt die Patientin aktuell ein Wert von 8-9 an.

Bei der Untersuchung zeigte sich ein Taubheitsgefühl entlang des Ober- und Unterschenkels (entsprechend dem Versorgungsgebiet der Nervenwurzel L5) links. Es zeigte sich eine deutliche Schonhaltung im Bereich der LWS und ein links betontes Schonhinken.

Röntgen/CT/MRT:

Zur Abklärung der Beschwerdesymptomatik erfolgte eine Diagnostik mit Röntgenaufnahmen und Funktionsaufnahmen der LWS und ein MRT der LWS. Dei Funktionsaufnahmen werden angefertigt, um zu beurteilen, ob eine Instabilität, also eine krankhafte Überbeweglichkeit, ein Wirbelgleiten in diesem Wirbelsäulenabschnitt vorliegt. In den Funktionsaufnahmen zeigte sich eine mobile, lytische Spondylolisthesis ( Wirbelgleiten ) LW5 gegenüber SW1 Grad I-II nach Meyerding.

In der Kernspintomographie der LWS konnte zusätzlich eine schwere Osteochondrose des Segmentes LW5/SW1 und ein intraforaminaler Bandscheibenvorfall in Höhe LW5/SW1 links nachgewiesen werden.

 

Die Therapie:

Der Patient wurde über die Behandlung ausführlich aufgeklärt und willigte nach einer Bedenkzeit in die Therapie ein.

Zur operativen Therapie wurde der Patient im Krankenhaus stationär aufgenommen. Die Operation erfolgte in Vollnarkose direkt am Aufnahmetag im Krankenhaus. Bei der Operation wurde neben der Entlastung des Nervenkanals ein Körbchen (Cage) in den Zwischenwirbelraum eingelegt und Schrauben mit Längsträgern in den Wirbelkörper von hinten eingebracht.

Nach der Operation wurde der Patient zunächst einige Stunden im Aufwachraum des Krankenhauses überwacht. Am gleichen Tag konnte er später auf der Station in Begleitung des Pflegepersonals aufstehen.

Zunächst klagte der Patient noch über Schmerzen im Bereich der Wunde am Rücken, unter Medikamenten waren diese Beschwerden in den nächsten Tagen deutlich rückläufig. Im Bereich des linken Beines bestanden keine Schmerzen mehr. Die Taubheitsgefühle im linken Bein waren nahezu komplett rückläufig.

Bereits am nächsten Tag nach der OP bewegte sich der Patient selbständig ohne Hilfsmittel auf der Station.

Die postoperativ durchgeführten Kontrollaufnahmen mit CT zeigten eine regelrechte Lage der Implantate (der Pedikelschrauben und der Cages).

 

Der weitere Verlauf nach der Operation:

5 Tage nach der Operation wurde der Patient in die ambulante Weiterbehandlung entlassen. Eine stationäre Rehabilitation wünschte der Patient nicht, so dass wir eine ambulante Physiotherapie für die ersten Wochen nach der Operation eingeleitet haben.